| Chemnitzer Friedenstag Hintergrund |
| Chemnitz Frieden für die Stadt - eine Stadt für den Frieden |
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Der
5. März - der Chemnitzer Friedenstag - ist auch ein Tag des Gedenkens. Viele
werden sich an das Frühjahr 1945 erinnern und unterschiedliche Stimmen werden
zu hören sein. Zeitzeugen werden den Bombenhagel und Feuersturm vor Augen haben
und beschwören: "Nie wieder Krieg!" Die
Herrschaft der braunen Diktatur war ein maßloses Verbrechen, die Zerstörung der
Chemnitzer Innenstadt die Folge des Krieges der "Herrenrasse".
Darüber wird zu reden sein, auch von den Ursachen des Krieges, von Börse und
Profit, Geschäftemachern der Rüstungsindustrie, die auch in Chemnitz
beachtliche Standorte hatten. Jugendliche werden die Situation vor
66 Jahren analysieren und im zeitlichen Abstand beurteilen. Sie werden von
anfälliger Bevölkerung für die nationalsozialistische Propaganda und Macht sprechen
und von Schuld. Die Podiumsdebatte "Bedenken zum Gedenken" am 4. März
abends wird unterschiedliche Standpunkte dazu verdeutlichen. Unmenschlich ist es, wenn wir
gedenken und an Opfern vorbeigehen, den unschuldigen und den schuldigen – Opfer
sind einmaliges, unwiederbringliches menschliches Leben für dessen Würde,
Achtung wir einstehen. Aber, wenn wir gedenken, dürfen und
werden wir uns nicht in der Vergangenheit verlieren. Es gilt Kraft aus dem
Erinnern zu schöpfen, sich den brennenden Fragen der Gegenwart zuzuwenden. und
gewonnene Erkenntnisse in Aktivitäten zu bündeln, welche den Morast des braunen
Gedankengutes entschieden zurückweisen. Auch den kleinsten Schritt auf diesem
Weg wollen wir wahrnehmen und achten. Vergangenheit erinnern – Gegenwart gestalten war immer
das Motto des Chemnitzer Friedenstages. Aus aktuellem Anlass wird die
Gestaltung der Gegenwart zwingender notwendig. Die Chemnitzer Bürgerschaft kann
und soll sich in vielen Haltungen an diesem 5. März gewaltfrei, friedlich, aber
entschieden den Neonazis entgegen stellen. |
| Arbeitsgruppe "Chemnitzer Friedenstag" |
| Die
Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag ist nicht institutionalisiert. Diese
kleine Gruppe von Vertretern aus Kirche, Kunst und
Wissenschaft verschiedener Generationen
setzt seit fünf Jahren Friedensimpulse in unserer Stadt. Ihr Ziel ist, dass der 5. März, der Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz, ein Tag des Friedens sein und Chemnitz eine Stadt des Friedens werden soll. |
| Am 16. Januar 2002 bringen Hans-Jochen Vogel (Pfarrer i.R., † 2005) und Sabine Kühnrich (Sängerin) einen Aufruf zu einem Chemnitzer Friedenstag in die Öffentlichkeit, der von namhaften Chemnitzern unterschrieben wird. Gemeinsam mit Pfarrer Stephan Brenner, gründeten sie die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag, zu der mittlerweile auch Hartwig Albiro (ehem. Schauspieldirektor), Christoph Magirius (Pfarrer i.R.; Ehrenbürger der Stadt Chemnitz), Dr. Thomas Schuler (ehem. Direktor des Schloßbergmuseums), Siegfried Bauer und Heike Steege gehören. Neu hinzugekommen sind Sylvia Eichner und Gerald Richter von der Aktion C. |
| 2002
wird auf Initiative der Arbeitsgruppe zum ersten
Mal der Chemnitzer Friedenstag begangen: noch relativ bescheiden, mit
nur einer
Veranstaltung, den "Chemnitzer
Friedensimpulsen" in der Kreuzkirche. Seit 2003 koordiniert und organisiert die Gruppe umfangreiche Veranstaltungsprogramme und gibt ein eigenes Informationsblatt heraus. Viele Chemnitzer, Kinder und Jugendliche, Künstler und Kultureinrichtungen, Friedensgruppen und politisch Interessierte, sind ihrem Aufruf seit dem gefolgt, unsere Geschichte nicht nur rückblickend, sondern auch gegenwarts- und zukunftsbezogen aufzuarbeiten. Denn auch sechs Jahrzehnte nach dem verheerenden 2. Weltkrieg werden Konflikte und Krisen zwischen Menschen, Völkern und Staaten mit militärischen Mitteln zu lösen versucht. Die Mittel der zivilen Konfliktbewältigung finden dagegen immer noch viel zu selten Anwendung. Sie müssen in allen Bereichen unserer Gesellschaften mit Nachdruck gefördert werden, gerade jetzt, wo die Neonazis nicht mehr nur auf der Straße oder in ihren Läden, sondern auch in sächsischen Parlamenten präsent sind. Der Chemnitzer Friedenstag 2005 stand unter dem besonderen Vorzeichen der 60. Wiederkehr der Bombardierung von Chemnitz. Mehr dazu ... Beim Chemnitzer Friedenstag 2006 stand das internationale Netzwerk "Mayor for Peace" / "Bürgermeister für den Frieden" und deren Kampagne "Atomwaffenfrei 2020" im Zentrum. Mehr dazu ... |
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